Die richtige Ernährung für Wüstenrennmäuse

Wüstenrennmäuse gehören zu den pflegeleichtesten Heimtieren. Wer einige grundsätzliche Dinge beachtet, der wird sehr lange ungetrübte Freude an diesen interessanten Zeitgenossen haben. Insbesondere die richtige Ernährung spielt hier eine ausschlaggebende Rolle. Wenn Sie noch keine ausreichende Erfahrung mit der Ernährung Ihrer kleinen Mitbewohner haben, werden Ihnen die folgenden Tipps ganz bestimmt weiterhelfen.

Ernährungs-Basics für Wüstenrennmäuse

Wüstenrennmäuse ernähren sich in ihrer natürlichen Umgebung, in Wüsten und Steppen, hauptsächlich von Samen und Gräsern, weniger von saftigem Grün und Obst. Bei in Gefangenschaft lebenden Tieren sieht das Ernährungsprogramm anders aus. Gerne werden gewaschenes und abgetrocknetes frisches Grünfutter wie Löwenzahn, Vogelmiere, Radicchio, Chicorée, Petersilie, Maiskolben, Schlangengurken und besonders Möhrengrün und Möhren gefressen. Durch dieses frische Grünfutter decken die Rennmäuse schon einen erheblichen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs, eine zusätzliche Trinkflasche gefüllt mit Wasser ist jedoch ein Muss. Gerade in der trockenen Zimmerluft in den Wintermonaten ist der Flüssigkeitsbedarf der Tiere deutlich erhöht.

Auf alle blähenden Gemüse wie z. B. Kohlarten sowie auf stark oxalsäurehaltige Gemüse wie Spinat sollte verzichtet werden. Im Winter sollte nicht so viel Salat gefüttert werden, da er um diese Jahreszeit im Gewächshaus gezogen wird und besonders nitrathaltig ist. Die Grünfuttermenge sollte so bemessen sein, dass spätestens am zweiten Tag keine Reste mehr vorhanden sind. Danach sollten die Reste aufgrund von Schimmelgefahr aus dem Käfig genommen werden.

Mit Vorliebe wird frische Rinde von Birn- und Apfelbäumen und Haselnuss zernagt und besonders in den Wintermonaten auch verspeist. Ein Stück Apfel stellt ebenfalls eine Delikatesse dar, manchmal auch eine gepellte Mandarinenspalte oder Weintrauben und Rosinen. Diese süßen Leckerbissen sollten aber nicht täglich gegeben werden, da die Tiere in der Gefangenschaft mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten zur Verfettung neigen. Als Grundfutter werden in den Zooabteilungen verschiedene Futtermischungen unter den Namen Nagerkrokant, Hamster- und Meerschweinchenfutter, Gerbilfutter etc. angeboten. Sie bestehen meist aus einer Mischung aus verschiedenen Samen, Nüssen, Getreidekörnern und stärkehaltigen Bestandteilen wie z. B. Johannisbrotbaum sowie getrockneten Gemüsen.

Mit Vorliebe fressen Wüstenrennmäuse auch Haferflocken. Die zusätzliche Gabe von kalorienreichen Kernen (z. B. Sonnenblumen- oder Kürbiskernen) und Nüssen sollte nur im Ausnahmefall erfolgen, da die Tiere sonst zu dick werden. Eine selektive Gabe dieser Leckerbissen ausschließlich aus der Hand lässt die Mäuse zudem schneller zutraulich und handzahm werden. Wichtig ist, dass den Tieren ständig Futter zur Verfügung steht, da sie bis zu acht Mahlzeiten pro Tag einnehmen. Eine zeitlich limitiert Fütterung kann zu Gewichtsverlusten führen. Wichtig ist allerdings, dass sehr fettreiche Samen wie Sonnenblumenkerne nicht in beliebiger Menge ständig zur Verfügung stehen, da die Tiere sonst zu viel Fett aufnehmen.

Ein weiteres wichtiges Grundelement der Ernährung stellt Heu dar. Es wird nicht nur zum Nestbau genommen, sondern auch mit Vorliebe zernagt und gefressen. Aufgrund seines hohen Ballaststoffgehaltes stellt es ein Grundelement in der Rennmausernährung da. Um die Mäuse „aus der Reserve“ zu locken, ist Heu das verlässlichste Mittel. Gut geeignet ist sauberes trockenes Heu, welches aus langen Halmen und Kräuteranteilen besteht. Schlechtes Heu besitzt viel Bruchmaterial und hohe Staubanteile.

Futter richtig aufbewahren – bakteriellen Infektionen vorbeugen

Bei Rennmäusen werden immer wieder verschiedene bakterielle Infektionskrankheiten (z. B. Tyzzer´s Disease, Kolibazillose, Salmonellen-Infektionen etc.) festgestellt, die in der Regel nur durch den Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden können. Entsprechende Symptome können starkes Abmagern, stumpfes Fell, Trägheit, Augen- und Nasenausfluss, Durchfall und verklebtes Fell in der Afterregion sein. Diese Krankheiten führen oft zum Tode. Bei Verdacht sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden – und zwar so schnell wie möglich.

Zur Vorbeugung ist auf strenge Hygiene zu achten. Sämtliches Futter, Heu oder Gehege-Equipment sollte so aufbewahrt werden, dass keine Schädlinge und besonders keine anderen frei lebenden Nagetiere (etwa Hausmäuse) Verunreinigungen herbeiführen können. Hier kann es leicht zur Übertragung von ansteckenden Krankheiten kommen.

Dazu ein Tipp: Das Futter für jeweils eine Woche einfrieren und mit Etiketten beschriften. Hierzu gibt es spezielle Etiketten auf Rolle. Übrigens:  Einfrieren hilft auch gegen Lebensmittelmotten im Futter! So vorbereitet, können Sie sicher sein, den kleinen Freunden immer einwandfreies Futter vorzusetzen.

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